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Übersicht
Den Hunden zuliebe – Schutzimpfung gegen ansteckende Krankheiten
„Mein Hund macht mir große Freude“.
Gewiss haben Sie so oder so ähnlich auf eine entsprechende Frage schon geantwortet. Vielleicht sagen sie es auch von sich aus gerne, weil es einfach stimmt.
Die Freude ist ungeteilt, wenn die Lebensbedingungen des Hundes – sei er als Hausgenosse, Wächter oder Jagdgehilfe gehalten – seinen natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Der Hund ist vom Menschen abhängig. Daher ist Fürsorge zugleich Verantwortung, die den Schutz vor Krankheit einschließt.
Schon als Welpe ist der Hund durch Infektionskrankheiten gefährdet, gegen die er nur durch vorbeugende Impfungen geschützt werden kann.
Zunächst werden folgende, wichtige Infektionskrankheiten des Hundes vorgestellt, gegen die eine Schutzimpfung möglich ist:
- Staupe
- ansteckende Leberentzündung
- Zwingerhusten
- Parvovirose
- Leptospirose
- Tollwut
- Borreliose (Lyme Krankheit)
Wodurch entsteht die Staupe und welche Merkmale hat sie?
Die Staupe wird durch ein Virus verursacht. Ihre Inkubation – das ist die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Krankheitserscheinungen – dauert etwa drei bis sieben Tage. Die Ansteckung erfolgt direkt von Hund zu Hund oder auch mittelbar durch Menschen (Kleidung, Schuhe), weil das Virus in der Außenwelt einige Zeit lebensfähig bleibt. Gefährdet sind ungeimpfte Hunde jeden Alters, besonders jedoch Jungtiere. Der Hund wird zunächst appetitlos, wirkt abgeschlagen und hat Fieber. Abhängig von den vorherrschenden Krankheitsanzeichen unterscheidet man verschiedene Verlaufsformen der Staupe.
Die Darmstaupe führt zu einer Darmentzündung mit Durchfall und Erbrechen.
Die Lungenstaupe beginnt mit Augen- und Nasenausfluss. Vom Nasen-Rachenraum (Mandelentzündung!) breitet sich die Entzündung über die Bronchien auf die Lunge aus. Husten und Atembeschwerden sind die Folge. Oft pfropft sich eine Infektion mit Bakterien auf die geschädigte Schleimhaut auf und verschlimmert den Krankheitsverlauf.
Bei der gefürchteten Nervenstaupe treten krampfartige Zuckungen (sogenannter Staupe-Tick), Bewegungsstörungen und Lähmungen auf, die überaus schwierig zu behandeln sind und häufig dazu führen, dass der Hund eingeschläfert werden muss.
Und wie verhält es sich mit der ansteckenden Leberentzündung?
Auch diese Infektionskrankheit des Hundes wird durch ein Virus hervorgerufen, welches ähnlich wie bei der Staupe übertragen wird. Die ansteckende Leberentzündung heißt mit dem Fachausdruck Hepatitis contagiosa canis, abgekürzt H.c.c.
Ihre Erscheinungen sind denen der Staupe recht ähnlich. Die Hunde haben Fieber, keinen Appetit und sind schmerzempfindlich im Bauchraum. Es zeigen sich auch Durchfall, Entzündungen im Rachen, nervöse Störungen und als spätere Folge der Infektion können Trübungen der Hornhaut auftreten, die zu vermindertem Sehvermögen führen. Der Hund kann sogar erblinden.
Was versteht man unter Parvovirose ?
Die Parvovirose des Hundes ist in Deutschland seit 1980 verbreitet. Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die beim Hund – wie auch bei anderen Tierarten – durch ein arteigenes Parvovirus ausgelöst wird. Betroffen sind hauptsächlich Welpen, aber auch Junghunde.
Der Krankheitserreger ist in der Umwelt viele Monate lebensfähig. Er kann durch Desinfektion nur schwer abgetötet werden. Dadurch kommt außer der direkten Krankheitsübertragung von Hund zu Hund der indirekten Ansteckung, z.B. über Schuhe, eine große Bedeutung zu.
Das Virus wird über den Fang aufgenommen und verbreitet sich im ganzen Körper (Allgemeininfektion). Im Vordergrund stehen Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall, wobei der Stuhl meist übel riecht, häufig von grauer Farbe ist und auch blutig sein kann.
Mit dem Durchfall wird der Erreger massenhaft ausgeschieden. Manchmal nimmt die Infektion einen sehr raschen Verlauf: Die Tiere werden innerhalb von Stunden hinfällig und verenden.
Der Zwingerhusten – eine Infektion mit vielen Ursachen.
Beim Zwingerhusten handelt es sich um eine Infektionskrankheit der Atemwege. Ursächlich sind eine Reihe von Viren und Bakterien beteiligt. Sie lösen teils für sich allein, teils im Zusammenwirken die Erkrankung aus. Als Folge der Entzündung von Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien tritt bellender Husten auf. Durch engen Kontakt
in Zwingern, aber auch auf Dressurplätzen und in Tierpensionen wird die Erregerübertragung begünstigt. Unter diesen Bedingungen kommt es gelegentlich zu einer explosionsartigen Ausbreitung.
Die Schutzimpfung gegen Zwingerhusten kann nur die wichtigste der vielen in Frage kommenden Erreger abdecken, z. B. Parainfluenzaviren. Dennoch leistet sie – regelmäßig durchgeführt – einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung des ansteckenden Hustens und ist insbesondere für Hunde zu empfehlen, die häufig Kontakt zu anderen Artgenossen haben.
Und was bedeutet Leptospirose ?
Wie der Name schon sagt: Für die Krankheit sind Leptospiren verantwortlich, die zu den Bakterien gehören. Diese bakterielle Infektionskrankheit ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, nämlich Stuttgarter Hundeseuche bzw. Weilsche Krankheit.
Die Ansteckung erfolgt durch Hunde, Mäuse und Ratten sowie durch verunreinigte Gewässer (Teiche, Gräben, Tümpel). Zu Beginn der Erkrankung werden Müdigkeit und oft ein Schwächezustand in den Hinterbeinen beobachtet, der das Springen und Treppensteigen mühsam macht. Nach diesen anfänglichen Erscheinungen zeigen sich Nierenentzündungen, auch Störungen des Magen-Darmbereiches mit Erbrechen und Durchfall sowie andere Merkmale. Die Leptospirose löst auch Gelbsucht aus, die immer einen schweren Verlauf nimmt.
Verschiedene Arten von Leptospiren sind auch auf den Menschen übertragbar.
Was ist Borreliose (Lyme Krankheit)?
Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion. Erreger der Borreliose sind winzige Bakterien, die wie Korkenzieher aussehen. Hauptüberträger ist die in Deutschland weit verbreitete Zecke „Gemeiner Holzbock“.
Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder Wochen, nachdem die Zecke gesaugt hat. Zu Beginn zeigen sich beim Hund wenig markante Symptome, wie sie im Anfangsstadium vieler Infektionskrankheiten auftreten: Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber. Die dann einsetzenden Gelenksentzündungen lassen schon eher einen Verdacht auf Borreliose aufkommen. Meist sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem an den Vorder- und Hinterläufen. Aufgrund der sehr schmerzhaften Schwellungen beginnt der Hund zu lahmen, besonders nach dem Aufstehen. Im weiteren Verlauf können auch Nervensystem, Herz, Nieren und andere Organe geschädigt werden. Die Behandlung der Borreliose ist zwar möglich, doch sehr langwierig.
Sind Schutzimpfungen zuverlässig?
Dies kann grundsätzlich bejaht werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Der Hund muss zum Zeitpunkt der Impfung vollwertig ernährt und gesund sein. Ein geschwächter, kranker Organismus bildet keine oder nur eine ungenügende Immunität aus. Deshalb wird die Tierärztin/der Tierarzt vor einer Impfung den Impfling immer gründlich untersuchen. Ferner muss der Hund frei von äußeren und inneren Parasiten sein. Eine Entwurmung ist in der Regel notwendig.
Beim Impfverfahren wird zwischen
- Grundimmunisierung und
- Wiederholungsimpfungen
unterschieden. Grundimmunisierung bedeutet den erstmaligen Aufbau eines Impfschutzes und besteht in der Regel aus Erst- und Zweitimpfung, die in einem Abstand von ca. 3 bis 4 Wochen (Impftermine) erfolgen müssen. Die Schutzwirkung ist zeitlich begrenzt. Daher müssen jedes Jahr Wiederholungsimpfungen vorgenommen werden, um einen andauernden Impfschutz zu erreichen.
Für die Impfung stehen moderne Impfstoffe zur Verfügung, die in kleiner Dosis eine maximale Schutzwirkung haben. Meist werden Kombinationsimpfstoffe angewendet, so dass der Hund mit nur einer Injektion gleichzeitig gegen mehrere Infektionskrankheiten geschützt werden kann.
Zu welchem Zeitpunkt soll der Hund geimpft werden?
Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Erregern oder aufgrund der Impfungen bildet der Organismus Schutzstoffe, die sogenannten Antikörper. Diesen selbstaufgebauten Schutz nennt man aktive Immunität. Im Gegensatz dazu bedeutet passive Immunität, dass die Schutzstoffe mit der Muttermilch zugeführt werden. Dieser passive Infektionsschutz wird im Allgemeinen zwischen der 6. und 12. Lebenswoche abgebaut. Es ist daher unbedingt ratsam, das Jungtier frühzeitig schutzimpfen zu lassen, um es nicht zunehmend der Gefahr einer Infektion auszusetzen.
Die Grundimmunisierung sollte am besten ab der 8. Lebenswoche mit der Erstimpfung gegen Staupe, H.c.c., Parvovirose, Zwingerhusten und Leptospirose beginnen. Wegen der eventuell noch vorhandenen, vom Muttertier erworbenen Schutzstoffe muss etwa 3 bis 4 Wochen später die Zweitimpfung vorgenommen werden. Gegen Borreliose sind ebenfalls zwei Impfungen im Abstand von 3 – 5 Wochen erforderlich. Der früheste Impfbeginn liegt hier jedoch in der 12. Lebenswoche.
Die Grundimmunisierung gegen Tollwut kann mit einer einmaligen Impfung ab der 12. Lebenswoche erfolgen, am einfachsten zusammen mit anderen Impfungen. Wurde jedoch schon vor diesem Zeitpunkt gegen Tollwut geimpft, muss ebenfalls eine Zweitimpfung folgen.
Häufig werden Welpen bereits beim Züchter erstmals geimpft, so dass der neue Tierbesitzer nur noch die Zweitimpfung vornehmen lassen muss. Fragen Sie deshalb beim Kauf eines Hundes grundsätzlich nach dem Impfstatus des Tieres und lassen Sie sich gegebenenfalls den Impfpass aushändigen.
Wenn die Grundimmunisierung abgeschlossen ist, sind zur Erhaltung eines andauernden Impfschutzes jährliche Wiederholungsimpfungen erforderlich.
Sofern die Grundimmunisierung beim Welpen versäumt wurde, sollte sie unbedingt nachgeholt werden. Dies kann in jedem Lebensalter erfolgen.
Welchem Zweck dient der internationale Impfpass?
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| Der Internationale Impfpass |
Dieses Dokument wird anlässlich einer Auslandsreise mit dem Hund unbedingt benötigt, auch innerhalb der Europäischen Union. Es dient dem Nachweis von verlangten Schutzimpfungen (Tollwut), der Identität und des gegenwärtigen Gesundheitszustandes des Tieres sowie von anderen Angaben. Die entsprechenden Vordrucke sind im Internationalen Impfpass mehrsprachig enthalten. Neben dieser internationalen Funktion ist der Impfpass gleichzeitig für die Aufzeichnung aller durchgeführten Schutzimpfungen sowie der Fälligkeit von Wiederholungsimpfungen vorgesehen und gilt ebenfalls im Inland als Nachweis für den Impfstatus des Tieres. Erinnern Sie sich: Für eine gesetzliche Besserstellung von gegen Tollwut geimpften Tieren wird eine gültige Schutzimpfung verlangt. Nur mit dem Impfpass können Sie dies dem Amtstierarzt rasch und einfach beweisen. Aber auch in Tierheimen, Pensionen und auf Ausstellungen müssen Schutzimpfungen nachgewiesen werden.
Den Internationalen Impfpass erhalten Sie mit der Erstimpfung des Hundes von Ihrer Tierärztin/ Ihrem Tierarzt, gegebenenfalls auch schon beim Kauf des Tieres. Bewahren Sie dieses Dokument gut auf und legen Sie es bei den nachfolgenden Impfungen wieder vor. Mit der Tollwut-Schutzimpfung wird gleichzeitig eine Impfplakette ausgehändigt, die der Hund als sichtbares Zeichen für eine Impfung gegen Tollwut am Halsband trägt.
Die einzelnen Staaten haben Vorschriften für die Einfuhr bzw. Durchfuhr erlassen. Fast immer wird der Nachweis einer gültigen Schutzimpfung des Tieres gegen Tollwut gefordert. Es werden z.T. aber auch weitere Impfungen und Bescheinigungen über den Gesundheitszustand usw. verlangt (siehe Vordrucke im Internationalen Impfpass). Es empfiehlt sich, die betreffenden Vorschriften rechtzeitig vor Antritt der Reise zu beachten. Dies kann Sie vor Schwierigkeiten bewahren.
Was versteht man unter "infektiösem Welpensterben"?
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