Flöhe haben einen relativ komplizierten Entwicklungszyklus, der vom Ei über mehrere Zwischenstufen - drei Larven- und ein Puppenstadium - zum erwachsenen (adulten) Floh führt. Der gesamte Entwicklungszyklus des Flohs dauert im normalen Haushalt etwa 3-4 Wochen. Die Lebensdauer des erwachsenen Flohs beträgt mehrere Monate. Beste Bedingungen für die Flohvermehrung sind Wärme, Feuchtigkeit, Fasern (Teppiche und Polstermöbel) und natürlich die Anwesenheit geeigneter Wirte.
Hier können Sie sich den Entwicklungszyklus der Flöhe ansehen.
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Unmittelbar nach dem Schlupf beginnt der Floh mit der Wirtssuche. Er braucht dringend Blut, um zu überleben. Er erreicht sein Wirtstier, indem er sich zunächst entgegen der Schwerkraft und hin zum Licht bewegt. Atemluft, Körperwärme und Erschütterungen des Wirtstieres geben ihm dann die genaue Zielrichtung für das Anspringen vor. Der Floh springt bis zu 40 cm weit, mit mehrfacher Erdbeschleunigung, wirbelt unkontrolliert durch die Luft und verlässt sich bei der Landung ganz darauf, sich am Wirt mit seinen Haken und Borsten zu verfangen.
Häufig sind nicht nur unsere Haustiere das Ziel für ausgehungerte Flöhe auf Wirtssuche, sondern sie fallen auch häufig den Tierbesitzer oder andere Personen an, die eine Wohnung betreten, in der über längere Zeit kein Tier mehr gewesen ist.
Entgegen der häufig anders geäußerten Meinung verlassen Flöhe ihren Wirt nur selten freiwillig. Insgesamt kann ein Floh bis zu 100 Tagen ununterbrochen auf dem Wirtstier leben. Wenn der frisch geschlüpfte Floh auf ein geeignetes Wirtstier kommt, beginnt er innerhalb von Minuten mit der ersten Blutmahlzeit. Die erste Begattung erfolgt nach 8 bis 24 Stunden und findet ebenfalls auf dem Wirt statt. Etwa einen Tag nach der Begattung beginnen die weiblichen Flöhe mit der Eiablage. Täglich können dabei bis zu 100 Eier gelegt werden, ein Flohweibchen kommt im Laufe seines Lebens auf ca. 2.000 Eier. Diese sind 0,5 x 0,3 mm groß, perlmuttweiß und mit bloßem Auge noch gut sichtbar. Die Eier werden ins Haarkleid abgelegt, von wo sie dann innerhalb weniger Stunden abfallen. Die Eier verbreiten sich so in der gesamten Umgebung des Tieres, besonders massiv im Liegebereich. Die Meinung, wonach der Floh selbst seine Eier in der Umgebung des Tieres ablegt, entspricht nicht mehr dem Stand der Forschung.
Hier können Sie sich ein Flohweibchen bei der Eiablage ansehen.
Ein großer Teil des aufgenommenen Blutes wird noch während des Saugens in nur teilweise verdautem Zustand als so genannter „Flohkot“ wieder ausgeschieden. Er fällt ebenfalls wie die Eier nach kurzer Zeit aus dem Fell des Tieres und dient den geschlüpften Larven als notwendige Nahrungsgrundlage. Außerdem ist der rötlich-braune Flohkot ein wichtiges diagnostisches Mittel zum Nachweis des Flohbefalls auf unseren Haustieren.
Abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit entwickeln sich in den Eiern rasch die Larven, wegen ihrer Borsten auch „Drahtwürmer“ genannt. Sie schlüpfen nach etwa 1-10 Tagen, sind nur 2-5 mm lang und frei lebend. Sie ernähren sich von Krümeln und Hautschuppen sowie vom "Flohkot", dem halbverdauten Blut erwachsener Flöhe. Dieser Flohkot ist essentiell für die Entwicklung der Larven. Zunächst von weiß-durchsichtiger Farbe dunkeln sie immer stärker rötlich nach, je mehr Flohkot sie aufgenommen haben. Die Larven sind sehr empfindlich gegen Hitze und Austrocknung. Sie bohren sich möglichst tief in Teppiche, Wolldecken, Lagerstätten usw. ein. Aufgrund der Empfindlichkeit gegen Austrocknung ist eine Entwicklung im Freien praktisch nur an schattigen, feuchten Plätzen möglich, die häufiger von Tieren aufgesucht werden. Dies sind die so genannten "Hot spots", also die Lieblingsplätze der Tiere im Schatten. Die Weiterentwicklung der Larven erfolgt über 2 Häutungen zur Drittlarve, die sich dann verpuppt. Sie spinnt einen so genannten Kokon, an dem Teilchen aus der Umgebung kleben und ihn dicht verschließen.
Die Dauer des Puppenstadiums ist sehr unterschiedlich. Unter optimalen Bedingungen (27° C und 80 % Luftfeuchtigkeit) können die adulten Katzenflöhe bereits nach 5 Tagen aus dem Kokonschlüpfen. Normalerweise dauert das Puppenstadium jedoch ca. 8-10 Tage. Das Schlüpfen ist abhängig von bestimmten Außenreizen. Das Herannahen eines Wirtes bemerkt der schlupfbereite Floh am Kohlendioxid aus der Atemluft, Körperwärme und Erschütterungen. Bleiben diese Reize aus, kann der fertig entwickelte Katzenfloh im Puppenstadium auch problemlos bis zu 5 Monaten oder sogar noch länger verharren. Das Puppenstadium ist das gegen äußere Einflüsse - d.h. auch gegen Mittel zur Flohbekämpfung - am besten geschützte Stadium im Entwicklungszyklus des Katzenflohs.
Puppenstadium
Hier können Sie sich ansehen, wie eine Puppe auf äußere Reize reagiert.
Überwinterung
Unter natürlichen Bedingungen ist die Vermehrung der Flöhe im Winter aufgrund der niedrigen Temperaturen sehr stark eingeschränkt. Kein Entwicklungsstadium überlebt Temperaturen unter 3° C über 10 Tagen. Die Überwinterung des Katzenflohs erfolgt daher vorwiegend auf dem Wirtstier, also im Erwachsenenstadium. Eine Überwinterung als Puppe oder Larve ist wegen der Temperaturempfindlichkeit nur eingeschränkt möglich.
Allerdings hat sich diese natürliche Situation durch die Haltung von Hunden und Katzen in beheizten Räumen sehr stark gewandelt. Durch die warme Innenraumtemperatur findet der Floh das ganze Jahr über günstige Entwicklungsbedingungen in der Umgebung des Tieres. Damit wandeln sich Flöhe vom saisonalen immer mehr zum ganzjährigen Problem! Das bedeutet: die vorbeugende Flohbehandlung muss das ganze Jahr über fortgeführt werden.