|
zurück
Die Informationen zu Tierkrankheiten sind auf dieser Homepage allgemeiner Art und können die Empfehlung der Tierärztin/des Tierarztes nicht ersetzen.
Jede Entscheidung, die die Behandlung eines Tieres betrifft, sollte zusammen mit Ihrer/m betreuenden Tierärztin/Tierarzt unter Berücksichtigung des speziellen Einzelfalles getroffen werden.
Aussehen
8 – 9 mm lange, sehr dünne Würmer
Sitz
Schleimhaut des vorderen Dünndarmes
Krankheitsbild und Schadwirkung
Zwergfadenwürmer nehmen in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung unter den Würmern ein. Anders als alle anderen Pferdewürmer kann diese Wurmart entweder als Parasit im Pferdedarm schmarotzen oder sich nicht-parasitisch in Erde oder Einstreu vermehren.
Befall mit Zwergfadenwürmern tritt besonders bei Saugfohlen auf. Die geschlechtsreifen weiblichen Würmer parasitieren in der Schleimhaut des Dünndarmes, wo sie in selbst gebohrten Gängen am Grunde der Darmzotten leben. Sie verursachen eine katarrhalische Schleimhautentzündung, die sich klinisch als Durchfall, vornehmlich in der 2. Lebenswoche, äußern kann.
Die über die Haut eindringenden Larven können Keime „mitschleppen“ und sekundär lokale Entzündungen auslösen.

Zwergfadenwurm
zurück zum Seitenanfang
Erkennung
Nur im ganz frischen Kot der Fohlen können die Eier nachgewiesen werden. Kot der älter als 12 Stunden ist, enthält meist nur noch die aus den Eiern geschlüpften Larven.
Bekämpfung
Nur erkrankte Fohlen sind mit einem geeigneten Wurmmittel zu behandeln. Es hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, die Stuten im geburtsnahen Zeitraum vorbeugend mit einem wirksamen Präparat zu behandeln, um eine Ansteckung der Neugeborenen über die Milch zu verhindern. Maßnahmen der allgemeinen Stallhygiene dezimieren die Population der freilebenden Generation und damit die Ansteckungsgefahr.
Entwicklungszyklus

Entwicklungszyklus
- Aus den mit dem Kot ausgeschiedenen Eiern entwickeln sich in der Außenwelt die ansteckungsfähigen Drittlarven entweder direkt oder nach Vermehrung über sexuell differenzierte freilebende Generationen. Die Ansteckungslarven dringen aktiv an dünnhäutigen Körperstellen in das Pferd ein oder werden passiv mit dem Futter aufgenommen.
- Die weitere Entwicklung der eingedrungenen Larven im Körper des Pferdes ist kompliziert. Einige Larven gelangen auf dem Lymph- Blutweg über das Herz in die Lunge, verlassen hier die Blutgefäße und wandern in die luftführenden Wege (Alveolen, Bronchien) aus. Von dort werden sie hochgehustet, abgeschluckt und erreichen schließlich den Dünndarm, wo sie sich festsetzen und zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen.
- Ein anderer Teil der Larven verläßt die Blutbahn nicht, sondern wird mit dem Blutstrom im Tierkörper verteilt. So gelangen die Larven auch ins Eutergewebe. Bei Mutterstuten werden Zwergfadenwurmlarven dann mit der Milch ausgeschieden. Diese Ansteckung mit larvenhaltiger Milch ist die wichtigste Infektionsquelle für das Saugfohlen. In der 2. Lebenswoche beginnen infizierte Saugfohlen, Zwergfadenwurm-Eier auszuscheiden. Fohlen erwerben rasch eine Immunität, in deren Folge die Ei-Ausscheidung abnimmt.
zurück zum Seitenanfang
|