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Magengeschwüre


F. Was versteht man unter einem Magengeschwür?

A.Magengeschwüre sind mehr oder weniger tiefe, teilweise auch blutende Verletzungen der Magenschleimhaut bedingt durch einen vermehrten Säureangriff.

F.Welche klinischen Symptome werden mit Magengeschwüren assoziiert?

A.Es gibt eine Reihe von klinischen Symptomen, die mit Magengeschwüren in Verbindung gebracht werden. Aber es ist wichtig zu wissen, dass ebenso viele Pferde mit Magengeschwüren keine deutlichen Anzeichen einer Erkrankung zeigen und diese daher von Pferdebesitzern, Reitern und Tierärzten unbemerkt bleiben können.
Typische klinische Symptome beim ausgewachsenen Pferd sind:
• mangelnde Leistungsbereitschaft
• wiederkehrende Koliken
• schlechte Futteraufnahme
• Verhaltensänderung
• schlechter Allgemeinzustand
• aufgezogener Bauch
• struppiges Haarkleid

Typische klinische Symptome beim Fohlen sind:
• wechselnde Durchfälle
• wiederkehrende Koliken
• stumpfes Fell
• schlechtes Wachstum
• Zähneknirschen
• Speicheln
• unterbrochenes Saugen
• Rückenlage

F. Wie häufig treten Magengeschwüre beim Pferd auf?

A. Magengeschwüre sind weit verbreitet, sowohl bei ausgewachsenen Pferden, als auch bei Fohlen. Die Häufigkeit des Vorkommens liegt bei bis zu 93% der Rennpferde und bei beinahe 60% der anderen Sportpferde, wie Dressur-, Spring- und Militarypferde. Neuere Studien belegen, dass auch Freizeitpferde von dieser Erkrankung betroffen sind. Die Häufigkeit des Vorkommens bei diesen freizeitmäßig genutztenen Pferden liegt zwischen 37% und 70%. Ebenso wurden auch bei Fohlen bereits in bis zu 57% der Fälle Magenläsionen gefunden.

F. Wie entstehen Magengeschwüre?

A. Der Magen des Pferdes produziert Magensäure kontinuierlich – unabhängig vom Stimulus einer Futteraufnahme. Erklärt wird die ständige Produktion von Magensäure dadurch, dass Pferde in Ihrer natürlichen Umgebung ständig, 90% ihrer Zeit, raufaserreiches Futter zu sich nehmen. Wie bei den Geschwüren des Menschen scheint auch für die Entstehung der Magengeschwüre des Pferdes die Magensäure die Hauptursache zu sein. Wird zuviel Säure produziert oder ist die Schleimschutzschicht defekt oder wird Säure in ungeschützte Bereiche des Magens „hochgedrückt“, kann eine Schädigung der Magenschleimhaut und somit die Entstehung der Magengeschwüren die Folge sein. Das häufige Vorkommen von Magengeschwüren bei Sportpferden hat vielerlei Ursachen, einschließlich der Fütterungs- und Haltungsbedingungen. Aber auch die Intensität der dem Pferd abverlangten Leistung scheint die Entstehung der Magengeschwüre zu begünstigen. Aber auch typische Aktivitäten eines Freizeitpferdes können, wie in einer Studie von McClure aus dem Jahr 2005 gezeigt, innerhalb von fünf Tagen zu einer Entstehung von Magengeschwüren führen. Helicobacter pylori, ein Bakterium, das häufig bei der Entstehung der Magengeschwüre des Menschen beteiligt ist, kommt beim Pferd nach jetzigem Kenntnisstand ursächlich nicht in Betracht.

F. Warum sind Sportpferde empfänglicher für Magengeschwüre als Freizeitpferde?

A. Die Magensäure gilt als die Hauptursache für die Entstehung der Geschwüre beim Pferd. Sie zerstört die schützenden Schleimhautschichten und die Magenwand wird geschädigt. Sportpferde unterliegen in der Regel einem anderen Management, was deren Haltung und Fütterung anbelangt. Häufiger Stallwechsel, längere Transporte und eine Energie- reichere und Rohfaser- ärmere Ernährung seien beispielhaft genannt. Das langsamere Fressen von Raufutter führt zum intensiveren Einspeicheln und so zur Abpufferung der permanent gebildeten Magensäure durch im Speichel enthaltenes Bikarbonat. Aber auch das Arbeiten der Pferde an sich kann die Entstehung der Magengeschwüre begünstigen. Dass Training allein Magengeschwüre hervorrufen kann, konnte in mehreren Studien, in denen Pferde ausschließlich auf dem Laufband (in gewohnter Umgebung) trainiert wurden, gezeigt werden. Es wird vermutet, dass sich der Magen bei der Arbeit durch einen erhöhten intraabdominalen Druck verkleinert und dabei die Magensäure in den säureempfindlicheren Bereich der kutanen Schleimhaut hochgedrückt wird. Dabei gilt, je intensiver das Training, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Pferd an Magengeschwüren erkrankt.

F. Können auch Freizeitpferde an Magengeschwüren erkranken?

A. Studien der letzten Jahre zeigen, dass Magengeschwüre das Problem einer weit größeren Gruppe von Pferden ist, als bisher angenommen. Eine Studie von McClure zeigte im Jahr 2005, dass bereits typische Aktivitäten eines Freizeitpferdes wie Transport, leichtes Training oder auch Stallwechsel verbunden waren mit dem Auftreten von Magengeschwüren. Auch der Verlust eines Sozialpartners und damit eine veränderte soziale Struktur kann zur Ausbildung dieser Erkrankung führen.

F. Welche Faktoren begünstigen generell die Entstehung von Magengeschwüren bei Pferden?

A. Da viele Faktoren die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen, spricht man auch von einem Ursachenkomplex oder wie im Englischen vom „Equine Gastric Ulcer Syndrome“ (EGUS). Die häufigsten Ursachen dabei sind: unausgewogene Fütterung, unzureichende Haltungsbedingungen, Trainingsintensität, sonstige Stressfaktoren oder eine andere in der Regel schmerzhafte Grunderkrankung. Aber auch eine Dauerverabreichung bestimmter Medikamente kann die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen.

F. Wie können Magengeschwüre diagnostiziert werden?

A. Wird aufgrund einer klinischen Untersuchung eines Pferdes der Verdacht des Vorliegens von Magengeschwüren ausgesprochen, sollte die Diagnose nach Möglichkeit mittels Gastroskopie abgesichert werden. Hierbei wird mit einem Endoskop direkt in das Innere des Magens geschaut, Magengeschwüre sind dann direkt sichtbar. Nur in den Fällen, in denen ein dazu benötigtes 3 m langes Endoskop nicht zur Verfügung steht, kann bei eindeutiger klinischer Symptomatik auch mit einer diagnostischen Therapie begonnen und so die Diagnose bestätigt werden. Das heißt, wenn sich die Symptome unter der Therapie bessern, sind Magengeschwüre als Ursache wahrscheinlich.

F. Wie unterscheiden sich Magengeschwüre bei Mensch und Pferd?

A. Ähnlich wie beim Menschen entwickeln sich die Geschwüre beim Pferd in erster Linie aufgrund gesteigerter Magensäureproduktion und reduzierter Widerstandskraft der Magenschutzschicht. Im Gegensatz zum Menschen, der Magensäure in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme produziert, bildet das Pferd die Magensäure kontinuierlich – 24 Stunden am Tag. Das Bakterium Helicobacter pylori, das bei der Entstehung der Magengeschwüre des Menschen eine große Rolle spielt, konnte beim Pferd bisher nicht ursächlich nachgewiesen werden.

F. Wie werden Magengeschwüre beim Pferd behandelt?

A. Eine Pferdepaste mit dem Wirkstoff „Omeprazol“ ist das einzige zur Therapie und Vorbeugung von Magengeschwüren beim Pferd zugelassene Arzneimittel. Bislang wurden beim Pferd eine ganze Reihe von Medikamenten aus der Humanmedizin mit sehr unterschiedlichem Erfolg eingesetzt. Diese waren entweder gänzlich unwirksam oder aber zeigten häufig nur eine eingeschränkte Wirksamkeit. Zudem war es in aller Regel notwendig, die Pferde dazu aus dem Training zu nehmen. Die sehr gute Wirksamkeit und ausgesprochen hohe Sicherheit des Einsatzes von Omeprazol zur Behandlung von Magenulzera beim Pferd wurde sowohl in den Zulassungsstudien, als auch in zahlreichen Feldstudien immer wieder bestätigt. Da es sich bei dem Produkt um eine anwenderfreundliche Pastenformulierung handelt, kann der Besitzer selber mit der Therapie fortfahren. Omeprazol hat zudem eine lange Wirkungsdauer und muss deshalb nur einmal am Tag verabreicht werden. Das Produkt wurde speziell auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmt und ist ebenfalls zur prophylaktischen Gabe zugelassen. So kann das Medikament z.B. im Rahmen eines Stallwechsels, bei längerem Transport, beim Absetzen der Fohlen, aber auch bei anderen Grunderkrankungen oder Klinikaufenthalt eingesetzt werden

F. Was kann man vorsorglich tun, um die Entstehung von Magengeschwüren beim Pferd zu vermeiden?

A. Für sie als Halter oder Besitzer eines Pferdes ist eine individuelle Anpassung von Haltung- und Fütterung die wichtigste Maßnahme. Magengeschwüre entstehen zum einem großen Teil aus äußeren Faktoren wie Stresseinwirkung, Fastenzeiten, Krankheit, Medikamentengabe, Trennung von der Herden, Absetzen der Fohlen etc. Sollten solche prädisponierenden Faktoren bei Ihrem Pferd eintreten, ist eine

F. Die wichtigsten Fakten zu Magengeschwüren beim Pferd im Überblick!

A. 1. Magengeschwüre kommen weitaus häufiger vor als bisher angenommen.
2. Neben einer Stressbelastung des Pferdes durch unzureichende Haltungs- und Fütterungsbedingungen ist ebenso intensives Training als Ursache für die Entstehung anzusehen.
3. Oft merkt der Besitzer erst nach erfolgter Therapie, dass sein Pferd unter Magengeschwüren gelitten hat, nämlich dann, wenn das Pferd plötzlich wieder besser frisst, ruhiger und aufmerksamer im Stall ist oder sich besser und zufriedener reiten lässt.
4. Zur Vorbeugung und Therapie gibt es ein für das Pferd zugelassenes und hochwirksames Arzneimittel.

 

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